Als Lösung für papierloses Kanzleimanagement ist die Kommunikation per E-Mail für MacJur eine wesentliche Grundlage. Eingehende Emails werden in MacJur verwaltet, ausgehende Emails können generiert werden. Anwender stellen in diesem Zusammenhang häufig die Frage nach der „Beweiskraft von E-Mails vor Gericht“, insbesondere im Zivilprozess.

Für die Beweiskraft von E-Mails gelten je nach Art der technischen Nutzung verschiedene Beweisregelungen: Kaum eine Rolle spielen E-Mails mit qualifizierter digitaler Signatur oder De-Mail.

Beweiskraft von „einfachen“ E-Mails

Die Manipulierbarkeit von E-Mails ist bekannt, dennoch ist eine E-Mail nicht ohne rechtliche Relevanz. Der elektronischen Datei einer E-Mail fehlt zwar eine Urkundseigenschaft, sodass hier Beweis durch Augenschein im Sinne des § 371 ZPO erhoben wird.

Beweiswürdigung, Anscheinsbeweis

Werden in Prozessverfahren E-Mails zum Beweis vorgelegt, kommen üblicherweise einfache Ausdrucke von E-Mails zum Einsatz, die meist nur Absender, Empfänger, Datum, Betreff und den Mailtext (gegebenenfalls nebst Anlagen) erkennen lassen. Widerspricht der Beweisgegner diesen Inhalten nicht, ist der Beweis der behaupteten Tatsache als erbracht anzusehen. (Dies ist erfahrungsgemäß die Regel § 288 ZPO).

Wird jedoch der Inhalt beziehungsweise der Eingang beim Empfänger und somit inzident die Authentizität der E-Mail bestritten, dann kann die elektronische Datei dem richterlichen Augenschein und dann gegebenenfalls zur Sachverständigenbegutachtung zur Verfügung gestellt werden.

Wenn die Informationen über die Absender-IP-Adresse mit dem Mailserver des behaupteten Absenders übereinstimmen, ist sehr wahrscheinlich, dass die Mail einerseits vom Absender stammt und andererseits, dass sie auch tatsächlich versandt wurde.

Somit liegt ein typischer Geschehensablauf vor, der auf einen bestimmten, typischen Ablauf hinweist.

Aus diesem typischen Geschehensablauf kann ein Gericht die Tatsache der Absendereigenschaft und des Versandes im Wege des Anscheinsbeweises als bewiesen ansehen; der Beweisgegner müsste dann Tatsachen darlegen und – im Bestreitensfall – beweisen, die auf eine ernstliche und nicht nur vage Abweichung von diesem gewöhnlichen Gang des Geschehens schließen lassen.

Gelingt dies, ist der Anscheinsbeweis erschüttert und der ursprüngliche Beweisführer muss den vollen Beweis der von ihm behaupteten Tatsachen erbringen. Ähnliches dürfte bei SMS oder Whats’up der Fall sein.